Mini-Stinktiere sind da

Es wuselt im Gehege – endlich wieder junge Stinktiere im Tiergarten Delitzsch.

Als „Beigabe“ zu Gepard „Tayo“ reiste im Oktober 2020 ein attraktiver männlicher Skunk vom Zoo Braunschweig in den Tiergarten der Loberstadt. Einige Jahre hatte hier die Zucht geruht, und die beiden Stinktierschwestern führten ein Dasein in trauter Zweisamkeit.

Dass das neue Männchen die in ihn gesetzten Hoffnungen erfüllt hat, beweisen nun fünf schwarz- weiße Fellknäule, die besonders zu den Fütterungszeiten gegen 11.00 und 13.00 Uhr den beiden Weibchen neugierig-schnüffelnd durch die Anlage an der Zooschule folgen. Wer dabei die Mutter von wem ist, oder ob es sogar nur eines der beiden Stinktiere Mutter geworden ist, kann nur vermutet werden, teilten sie sich doch ab April eine unter der Schlafhütte selbst gegrabene Wurfhöhle, in der dann auch einige Wochen später bei einer kurzen Inspektion die frisch geborenen Jungen entdeckt wurden.

Jede Störung wurde von da an konsequent vermieden, und der schöne „Züchterlohn“ unternimmt nun die ersten aufregenden Schritte ins Stinktierleben.

Dabei ist der plüschige Schwanz schon bei den Kleinsten wichtiges Stimmungsbarometer: Jede mögliche Gefahr, jede vermeintliche Unsicherheit, denen sie auf ihren Entdeckungstouren begegnen, wird schnell mit gehobenem Schwanz angedroht, da auch bei den Jungtieren die namensgebenden Stinkdrüsen schon einsatzbereit sind.

Wer einmal unwillige Skunks fangen durfte oder ihnen durch beherzten Griff an die Schwanzwurzel und darauf folgendes Ausheben nicht schnell genug „den Boden unter den Füßen weggezogen“ hat, weiß, mit welchen verheerenden Duftwolken und Sekretstrahlen er konfrontiert wird. Kleidungsstücke, die eine „Breitseite“ erhalten haben, können in der Regel nicht mehr weiter getragen werden, da der buttersäureartige Geruch fast nicht auswaschbar ist. So meiden auch die natürlichen Feinde wie Rot- oder Kanadaluchs und Koyote diese Marderartigen mit dem speziellen Abwehrmechanismus.

Um einmal „angesprühten“ Fressfeinden im Gedächtnis zu bleiben, hat sich denn auch die markante und auffällige Schwarz- Weiß- Zeichnung im Laufe der Evolution herausgebildet, die ähnlich der Streifung von Wespen oder Bienen als Achtungszeichen für artfremde potentielle Räuber wirkt. Durch ihren Stinkschutz recht selbstbewusst, zeigen sich Skunks abgesehen von kleinen Schläfchen tagsüber immer wieder entspannt und gut in Schaugehegen, was sie zu beliebten Zootieren macht. Auch unser Nachwuchs hat bereits Interessenten im Tierpark Clingen – Kleine Wartburg e. V. gefunden, der sich dann im Herbst seinerseits über jungerwachsene Streifenskunks aus Delitzscher Zucht freuen darf.

Konstantin Ruske

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