Alpaka Jule durch Eicheln vergiftet

Unsere 18-jährige Alpakastute Jule ist letzten Monat plötzlich am Morgen tot in ihrem Stall aufgefunden worden. Nun besteht traurige Gewissheit – die Obduktion hat ergeben, sie wurde vergiftet. Daher konnte sie zuvor auch keine ungeklärten Krankheitsanzeichen zeigen.

Alpaka Jule (ganz rechts). Foto: Christian Maurer

Jule war nicht nur der Star vieler Führungen, schließlich ist sie fast zu jedem Kind gekommen, um ihm aus der Hand zu fressen, sie war auch Mutter unserer verbliebenen Stute und ihre Gesellschafterin. Die auch liebevoll „Zoombie“ genannte Alpakastute war langjähriges Zootier und ist jeden Freitag mit der ehrenamtlich arbeitenden Familie Düsel am Halfter spazieren gegangen. Doch genau ihre zutrauliche und ein bisschen verfressene Art wurde ihr zum Verhängnis.

Unsere Kleine wurde leider immer wieder von Gästen, Kindern und Erwachsenen mit diversen Sachen gefüttert. In ihrem Mäulchen landeten Brot, Entenfutter, abgerissenes Grünzeug aus unseren Beeten, Kekse, Gummibärchen und Snacks aller Art. Und warum? Nicht, weil sie zu wenig Futter hatte (besonders die Alpakas haben ganztags Zugang zu Futter im Stall), sie wurde gefüttert, damit die Menschen, die es trotz mehreren Warnschildern im ganzen Tiergarten taten, ein tolles Erlebnis haben.

Zum Tod führte bei ihr schlussendlich die massive Fütterung mit Eicheln, welche wir leider nicht nur bei den Alpakas sehen.

Eicheln können tatsächlich gegessen werden, aber zum einen nicht roh und zum anderen ohne ihre Hütchen.

Unser wirklich zahmes, braves und für uns sehr wertvolles Alpaka musste also sterben, damit ein paar wenige Besucher kostenlos die Befriedigung erfahren konnten sie zu füttern. Hierzu ist noch zu sagen, dass wir geführte Fütterungen anbieten und sogar oft die Wahl der Tierarten freistellen.

Ich appelliere deswegen heute, wie fast jeden Tag vor Ort, an den gesunden Menschenverstand unserer Besucher: BITTE füttern Sie unsere Tiere nicht! Alle unsere Tiere sind ausreichend mit Futter und Wasser versorgt! Bitte passen Sie auf Ihre Kinder auf – ein respektvoller Umgang mit unseren Tieren und der gesamten Anlage (auch die Beete werden gepflegt und müssen nicht betreten werden) ist absolute Grundlage, um den Tiergartenbesuch für alle Seiten zu einem schönen Erlebnis zu machen.

Auch wenn Sie meinen die Futterbedürfnisse eines Tieres zu kennen, füttern Sie es bitte nicht, sie kennen seine Krankheitsgeschichte nicht! Wir gönnen unseren Tieren durchaus das ein oder andere Leckerchen, aber müssen sie dafür sterben? Sie können nicht einschätzen, wie viele andere Gäste vor Ihnen an diesem Tag, in dieser Woche bereits Unangemessenes gefüttert haben!

Zum Schluss möchte ich sagen, dass unser verbliebenes Alpaka jetzt mit der verbliebenen alten Eseldame zusammen steht. Sie stützen sich, aber es ist kein Ersatz. Alpaka-Zuzug war bereits vor dem Ableben unserer Stute für März 2021 geplant, doch so lange soll sie nicht allein bleiben.

Der Förderverein des Tiergartens Delitzsch e. V. bittet daher um Spenden um die Anschaffung eines Partnertieres zu finanzieren. Bedenken Sie bitte, auch Alpakas wachsen nicht auf Bäumen, wir arbeiten intensiv an einer Lösung! Ein Alpaka kostet mehrere tausend Euro, auch diese wachsen nicht auf Bäumen, besonders in dieser besonderen Zeit. Wir haben außerdem Spendendosen, die wir gern an Unternehmen oder Personen abgeben, die für mehr Alpakaliebe sammeln möchten. Und bitte, wenn Sie auch nichts geben können, klären Sie auf und hindern Sie sich, ihre Kinder und andere Gäste am Füttern unserer Tiere!

(Dr. Elisabeth Wiegand am 6. November 2020)

2 Gedanken zu “Alpaka Jule durch Eicheln vergiftet

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