Bambushühner aus dem Augsburger Zoo eingetroffen

Die Vergesellschaftung verschiedener Arten desselben Lebensraumes und Verbreitungsgebietes ist in den vergangenen Jahren immer häufiger in den Tiergärten zu finden, bietet sie doch den Besucherinnen und Besuchern Gelegenheit, eine Ahnung von Biodiversität im entsprechenden Ökosystem zu entwickeln.

Wo möglich, sollte dies das Ziel sein, da im Freiland keine Art völlig unabhängig für sich existiert, sondern in ein vielfältiges Netz aus Beziehungen wie Räuber – Beute oder Parasit – Wirt eingebunden ist und mit der belebten und unbelebten Umwelt zum Zweck des Überlebens interagiert.

Weitere Aspekte tierischer Wohngemeinschaften in Menschenobhut sind die verhaltensanreichernden Reize, die die WG-Partner untereinander entfalten und das gut versorgte und behütete Zooleben schlicht spannender machen. Nicht zuletzt können gerade größere schauattraktive Arten den Blick auf kleinere, zunächst unscheinbarere Formen lenken, die bei genauer Betrachtung ihre ganz eigene Faszination entfalten.

So teilen sich bei uns Chinesische Baumstreifenhörnchen und Steinhühner eine „Doppelhaushälfte“ am Alpakastall, Elen-Antilopen und Chapmanzebras verkörpern zwei typische Megaherbivoren der südafrikanischen Savanne mit gänzlich verschiedener Nahrungsverwertung – Wiederkäuer versus Blinddarmverdauer – auf unserer Afrikaanlage und die Rotschnabelkittas schwirren durch die Tannenwipfel der selben Voliere, auf deren Waldboden die Himalaja-Glanzfasane emsig nach Nahrung scharren und mit dem großen Schnabel graben.

Genau hier, gegenüber der Schneeeulen, ergänzt nun auch eine kleine Hühnervogelart die Vogelgesellschaft, kam doch aus dem Zoo Augsburg ein Nachzuchtpaar Chinesischer Bambushühner an den Lober. Im Zoo der Fuggerstadt im Jahr 2020 geschlüpft, sind die hübsch gefärbten Bodenbewohner, die von Südchina bis Taiwan verbreitet sind, eine schöne Bereicherung der Asienvoliere, für die wir uns herzlich bedanken.

Ihr flinkes Wesen wird zu den eher bedächtigen Glanzfasanen einen guten ethologischen Kontrast bilden und gerade für Vogelbegeisterte ein weiterer Anlass sein, unseren Tiergarten wieder einmal aufzusuchen.

Autor: Dipl.-Biologe Konstantin Ruske

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